Erstmusterprüfbericht

EMPB Software für digitale Erstmusterprüfung, PPF und PPAP

Zeichnungen, Prüfmerkmale, Messergebnisse und Freigaben durchgängig verbinden. Technische Zeichnungen werden manuell gestempelt, Prüfmerkmale in Excel übertragen und Messergebnisse in separaten Dateien verwaltet. Zusätzliche Nachweise liegen in unterschiedlichen Ordnern oder E-Mail-Postfächern.

Ändert sich eine Zeichnung, muss häufig mühsam geprüft werden, welche Merkmale, Messungen und Dokumente betroffen sind.
In vielen Unternehmen ist die Erstbemusterung deshalb noch durch Medienbrüche, Mehrfachpflege und einen hohen Abstimmungsaufwand geprägt. Das erhöht nicht nur die Bearbeitungszeit. Es besteht auch das Risiko, dass Merkmale übersehen, Toleranzen falsch übertragen oder unvollständige Unterlagen an Kunden weitergegeben werden.

Eine professionelle EMPB Software unterstützt Unternehmen dabei, die Erstmusterprüfung von der Zeichnungsanalyse bis zur Produkt- und Prozessfreigabe digital abzubilden.

Sie verbindet:

  • technische Zeichnungen und Spezifikationen,
  • gestempelte Prüfmerkmale,
  • Sollwerte und Toleranzen,
  • Prüfpläne und Prüfmittel,
  • Messergebnisse,
  • Abweichungen und Sonderfreigaben,
  • zusätzliche Produkt- und Prozessnachweise,
  • Kunden- und Lieferantenkommunikation,
  • Prüf-, Freigabe- und Änderungsprozesse.

EMPB Software ist damit nicht nur ein Berichtsgenerator. Sie verbindet Zeichnung, Prüfmerkmal, Messergebnis, Abweichung und Freigabe zu einem durchgängigen Bemusterungsprozess.

Was ist EMPB Software?

EMPB steht für Erstmusterprüfbericht. Eine EMPB Software unterstützt die Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Freigabe von Erstmusterprüfungen. Sie wird eingesetzt, um nachzuweisen, ob Musterteile die vereinbarten Zeichnungs-, Spezifikations-, Material- und Funktionsanforderungen erfüllen.

Typische Funktionen sind:

  • Verwaltung von Bemusterungsvorgängen,
  • Import technischer Zeichnungen,
  • digitales Stempeln beziehungsweise Ballooning,
  • Erfassung und Klassifizierung von Prüfmerkmalen,
  • Übernahme von Nennmaßen und Toleranzen,
  • Erstellung von Prüfplänen und Prüfaufträgen,
  • Import und Bewertung von Messergebnissen,
  • Verwaltung ergänzender Nachweise,
  • Dokumentation von Abweichungen,
  • Prüf- und Freigabeworkflows,
  • Erstellung von Erstmusterprüfberichten,
  • Ausgabe unterschiedlicher Kundenformate,
  • Änderungs- und Versionsmanagement,
  • Lieferanten- und Kundenkommunikation,
  • Archivierung freigegebener Unterlagen.

Integrierte Lösungen können außerdem mit APQP, FMEA, Produktionslenkungsplan, Prüfplanung, Prüfmittelmanagement, Lieferantenmanagement und Reklamationsbearbeitung verbunden werden.

Erstmusterprüfung, Erstbemusterung und Erstmusterprüfbericht

Die Begriffe Erstmusterprüfung, Erstbemusterung und Erstmusterprüfbericht werden in der Praxis teilweise gleichbedeutend verwendet. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Bestandteile des Freigabeprozesses.

Erstbemusterung

Die Erstbemusterung bezeichnet den übergeordneten Vorgang, in dem Produkt-, Prozess- und Qualitätsnachweise zusammengestellt, geprüft und zur Freigabe vorgelegt werden.

Sie betrifft nicht nur die Vermessung einzelner Teile. Je nach Kundenanforderung und Freigabeverfahren können zusätzlich Prozessnachweise, FMEA, Produktionslenkungspläne, Materialprüfungen, Prozessfähigkeiten oder Messsystemanalysen erforderlich sein.

Erstmusterprüfung

Die Erstmusterprüfung umfasst die konkrete Prüfung der bereitgestellten Musterteile gegen technische Zeichnungen, Spezifikationen und weitere vereinbarte Anforderungen.

Dabei werden beispielsweise Maße, Form- und Lagetoleranzen, Werkstoffe, Oberflächen, Funktionen und besondere Merkmale geprüft.

Erstmusterprüfbericht

Der Erstmusterprüfbericht dokumentiert die Prüfmerkmale, Sollvorgaben, Messergebnisse, Bewertungen, Abweichungen und den jeweiligen Freigabestatus.

Eine EMPB Software verbindet diese Bestandteile zu einem digitalen Ablauf:

Bemusterungsanforderung → Zeichnungsanalyse → Merkmalsstempelung → Prüfplanung → Messung → Ergebnisbewertung → Nachweisprüfung → Freigabe

EMPB, PPF und PPAP richtig unterscheiden

Bei der Auswahl einer EMPB Software ist die begriffliche und methodische Einordnung besonders wichtig.

EMPB

Der Erstmusterprüfbericht dokumentiert insbesondere die Ergebnisse der Produktprüfung. Er stellt die Beziehung zwischen Zeichnungsmerkmalen, Spezifikationen und den gemessenen beziehungsweise geprüften Ergebnissen her.

PPF nach VDA

PPF steht für Produktionsprozess- und Produktfreigabe. Das Verfahren betrachtet neben den Ergebnissen der Produktprüfung auch die Fähigkeit und Absicherung des zugehörigen Produktionsprozesses.

Häufig wird nach einer „EMPB Software nach VDA“ gesucht. Fachlich geht es dabei meist um die digitale Unterstützung der Erstmusterprüfung und die strukturierte Bereitstellung der für das PPF-Verfahren vereinbarten Produkt- und Prozessnachweise.

PPAP – Production Part Approval Process

Der PPAP – Production Part Approval Process ist ein in internationalen und AIAG-geprägten Lieferketten eingesetzter Freigabeprozess für Produktionsteile und deren Herstellprozesse.

Abhängig von Kundenanforderung und vereinbartem Einreichungsumfang können unter anderem Zeichnungen, Änderungsnachweise, FMEA, Prozessablauf, Control Plan, Messsystemanalysen, dimensionale Ergebnisse, Materialprüfungen und Prozessfähigkeitsnachweise verlangt werden.

Die zentrale Abgrenzung lautet:

Der EMPB dokumentiert wesentliche Ergebnisse der Erstmusterprüfung. PPF und PPAP betrachten darüber hinaus die Freigabefähigkeit von Produkt und Produktionsprozess.

Eine geeignete Software sollte deshalb nicht nur ein starres Berichtsformular erzeugen. Sie muss unterschiedliche Kundenanforderungen, Nachweisumfänge und Freigabeverfahren flexibel unterstützen.

Warum Unternehmen die Erstbemusterung digitalisieren

Eine Erstbemusterung betrifft häufig Entwicklung, Konstruktion, Qualitätsvorausplanung, Messtechnik, Produktion, Projektmanagement, Einkauf, Supplier Quality, Lieferanten und Kunden.

Arbeiten diese Beteiligten mit voneinander getrennten Dateien und Systemen, entstehen typische Probleme:

  • Zeichnungsmerkmale werden manuell nummeriert
  • Nennmaße und Toleranzen müssen mehrfach übertragen werden
  • Messergebnisse liegen in separaten Dateien
  • Zeichnung und Prüfbericht stimmen nicht vollständig überein
  • Änderungen werden nicht auf alle betroffenen Merkmale übertragen
  • Abweichungen sind nicht eindeutig zugeordnet
  • erforderliche Dokumente fehlen bei der Einreichung
  • Kundenformate werden manuell befüllt
  • Freigaben und Rückfragen werden per E-Mail gesteuert
  • Lieferantenstände sind nicht transparent
  • frühere Bemusterungen sind nur schwer auffindbar
  • Teil- und Nachbemusterungen lassen sich nicht eindeutig abgrenzen.

Eine EMPB Software schafft eine zentrale und nachvollziehbare Datenbasis. Zeichnung, Prüfmerkmale, Messergebnisse, Nachweise, Abweichungen und Freigaben bleiben miteinander verbunden.

Der wirtschaftliche Nutzen entsteht durch weniger manuelle Datenerfassung, kürzere Durchlaufzeiten, geringere Übertragungsfehler und vollständigere Bemusterungsunterlagen.

Der digitale EMPB-Prozess

Eine professionelle EMPB Software unterstützt den vollständigen Vorgang von der Bemusterungsanforderung bis zur Kundenentscheidung.

Ein möglicher digitaler Prozess umfasst:

1. Bemusterungsvorgang anlegen
2. Anlass und Bemusterungsumfang festlegen
3. Kundenanforderungen und Nachweise definieren
4. Zeichnungen und Spezifikationen importieren
5. Zeichnungen stempeln beziehungsweise balloonieren
6. Prüfmerkmale erfassen und klassifizieren
7. Prüfpläne und Prüfaufträge erzeugen
8. Messergebnisse erfassen oder importieren
9. Ergebnisse automatisch vorbewerten
10. Abweichungen dokumentieren und bearbeiten
11. ergänzende Nachweise zusammenstellen
12. Bericht intern prüfen und freigeben
13. Unterlagen an den Kunden übermitteln
14. Rückfragen und Korrekturen bearbeiten
15. Freigabestatus dokumentieren
16. Daten für Serienprüfungen weiterverwenden

Der wesentliche Vorteil liegt in der Durchgängigkeit. Informationen werden möglichst einmal erfasst und anschließend für weitere Prüf-, Freigabe- und Qualitätsprozesse genutzt.

Stempeln von Zeichnungen und digitales Ballooning

Das Stempeln von Zeichnungen gehört zu den zentralen Arbeitsschritten einer Erstmusterprüfung.

Dabei werden prüfrelevante Merkmale auf der technischen Zeichnung eindeutig gekennzeichnet und nummeriert. Diese Positionsnummern schaffen die Verbindung zwischen Zeichnung, Merkmalsliste, Messergebnis und Erstmusterprüfbericht.

Neben „Zeichnungsstempelung“ werden auch die Begriffe Zeichnungsballonierung, Ballooning oder Drawing Ballooning verwendet.

Gekennzeichnet werden können unter anderem:

  • Maße und Maßtoleranzen,
  • Form- und Lagetoleranzen,
  • Bezugssysteme,
  • Oberflächenangaben,
  • Werkstoffvorgaben,
  • Härtewerte,
  • Beschichtungen,
  • Gewinde,
  • Schweißangaben,
  • Funktionsanforderungen,
  • besondere Merkmale,
  • allgemeine Zeichnungshinweise.

Eine EMPB Software kann das Ballooning manuell, teilautomatisiert oder automatisiert unterstützen.

Automatische Merkmalsextraktion aus Zeichnungen

Moderne Softwarelösungen können Zeichnungen analysieren und mögliche Prüfmerkmale erkennen.

Abhängig von Dateiformat, Zeichnungsqualität und technischer Komplexität können Systeme beispielsweise:

  • Maße und Toleranzen erkennen,
  • Positionsnummern vergeben,
  • digitale Stempel platzieren,
  • Merkmalslisten erzeugen,
  • Nennwerte übernehmen,
  • obere und untere Toleranzen berechnen,
  • Merkmalsarten vorschlagen,
  • Zeichnung und Prüfbericht verknüpfen.

Das reduziert den manuellen Erfassungsaufwand erheblich. Die automatische Erkennung darf jedoch nicht mit einer vollständigen technischen Interpretation gleichgesetzt werden.

Besonders prüfbedürftig sind:

  • komplexe Form- und Lagetoleranzen,
  • zusammengesetzte Toleranzrahmen,
  • Bezugssysteme,
  • allgemeine Zeichnungshinweise,
  • Werkstoff- und Oberflächenanforderungen,
  • kundenspezifische Symbole,
  • besondere Merkmale,
  • funktionsbezogene Anforderungen,
  • unklare oder schlecht lesbare Zeichnungen.

Automatisches Ballooning reduziert den Erfassungsaufwand. Die technische Interpretation und Freigabe der erkannten Merkmale bleibt Aufgabe qualifizierter Fachpersonen.**

PDF, CAD und modellbasierte Produktdefinition

Vor der Auswahl einer EMPB Software sollte geklärt werden, welche technischen Datenformate im Unternehmen und bei den Kunden tatsächlich verwendet werden.

Dazu gehören:

  • digitale PDF-Zeichnungen,
  • eingescannte Papierzeichnungen,
  • native 2D-CAD-Dateien,
  • 3D-Modelle,
  • modellbasierte Produktdefinitionen,
  • Zeichnungen mit PMI-Informationen,
  • mehrseitige Zeichnungssätze.

Die Qualität der automatischen Merkmalserkennung hängt wesentlich von Datenformat, Zeichnungsqualität, Darstellungslogik und Komplexität der Anforderungen ab.

Eine Softwaredemonstration sollte deshalb nicht nur mit einer einfachen Musterzeichnung erfolgen. Sie sollte reale Zeichnungen des Unternehmens berücksichtigen.

Zeichnung und Erstmusterprüfbericht eindeutig verbinden

Eine professionelle Lösung stellt eine bidirektionale Beziehung zwischen dem gestempelten Merkmal und dem zugehörigen Eintrag im Prüfbericht her.

Zu einem Prüfmerkmal können beispielsweise gehören:

  • Stempel- oder Positionsnummer,
  • Zeichnungsblatt,
  • Zeichnungsrevision,
  • Nennmaß,
  • obere und untere Toleranz,
  • Einheit,
  • Merkmalsart,
  • besonderes Merkmal,
  • Prüfverfahren,
  • Prüfmittel,
  • Stichprobenumfang,
  • Messergebnisse,
  • Bewertung,
  • Abweichung,
  • Kommentar und Freigabestatus.

Wird ein Merkmal im Prüfbericht ausgewählt, sollte die entsprechende Position in der Zeichnung schnell auffindbar sein. Umgekehrt sollte ein Stempel direkt zum zugehörigen Datensatz führen.

Diese Verknüpfung verbessert die Übersichtlichkeit und reduziert Zuordnungs- und Übertragungsfehler.

Prüfmerkmale strukturiert verwalten

Eine EMPB Software sollte unterschiedliche Merkmalsarten abbilden können:

  • variable Merkmale,
  • attributive Merkmale,
  • Maßmerkmale,
  • Form- und Lagetoleranzen,
  • Sichtprüfungen,
  • Materialeigenschaften,
  • Funktionsprüfungen,
  • Oberflächenmerkmale,
  • besondere Merkmale,
  • dokumentenbezogene Anforderungen.

Die Informationen sollten strukturiert und nicht ausschließlich als Freitext gespeichert werden.

Dadurch können einmal erfasste Prüfmerkmale auch in nachgelagerten Prozessen verwendet werden:

Zeichnung → Merkmalsliste → EMPB → freigegebener Prüfplan → Wareneingang oder Serienprüfung → Qualitätsdaten

Der größte Nutzen entsteht nicht allein dadurch, dass ein Bericht schneller erstellt wird. Er entsteht, wenn Merkmale und Spezifikationen anschließend ohne erneute Dateneingabe für weitere Qualitätsprozesse verfügbar sind.

Messergebnisse digital erfassen und bewerten

Messergebnisse können auf unterschiedliche Weise in die EMPB Software übernommen werden:

  • manuelle Eingabe,
  • Excel- oder CSV-Import,
  • Übernahme aus Messmaschinen,
  • Schnittstelle zu Mess- und Prüfsoftware,
  • mobile Datenerfassung,
  • Import aus Laborsoftware,
  • strukturierter Datenaustausch mit Lieferanten.

Die Software kann die Ergebnisse mit den hinterlegten Spezifikationen vergleichen und vorbewerten.

Mögliche Status sind:

  • innerhalb der Toleranz,
  • außerhalb der Toleranz,
  • nicht geprüft,
  • nicht anwendbar,
  • bedingt akzeptiert,
  • Freigabeentscheidung erforderlich.

Bei mehreren Musterteilen müssen die Ergebnisse je Teil eindeutig nachvollziehbar sein. Zusätzlich können Informationen zu Prüfverfahren, Prüfmitteln, Messbedingungen und Prüfern erforderlich sein.

Prüfmittel und Messsysteme einbinden

Die Aussagekraft eines Prüfergebnisses hängt auch von der Eignung und dem Zustand des eingesetzten Prüfmittels ab.

Eine integrierte EMPB- oder CAQ-Lösung kann deshalb Informationen zu Prüfmitteln bereitstellen:

  • Prüfmittelnummer,
  • Prüfmittelart,
  • Kalibrierstatus,
  • Auflösung,
  • Einsatzbereich,
  • Messsystemanalyse,
  • Prüfprozesseignung,
  • letzter Prüftermin,
  • nächster Prüftermin,
  • verantwortlicher Bereich.

Dadurch wird nachvollziehbar, mit welchem Prüfmittel ein Merkmal geprüft wurde und ob dieses zum Prüfzeitpunkt freigegeben war.

Teilbemusterung, Nachbemusterung und Änderungsbemusterung

Nicht jeder Vorgang erfordert eine vollständige Erstbemusterung.

Eine EMPB Software sollte unterschiedliche Bemusterungsarten und -umfänge unterstützen:

  • vollständige Erstbemusterung,
  • Teilbemusterung,
  • Nachbemusterung,
  • Änderungsbemusterung,
  • Wiederholungsbemusterung,
  • kundenspezifisch festgelegter Umfang.

Der Anlass und der vereinbarte Umfang müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Die Software sollte darstellen:

  • welche Merkmale erneut geprüft werden,
  • welche bestehenden Ergebnisse weiterhin gültig sind,
  • welche Dokumente aktualisiert werden müssen,
  • welche Änderungen die Bemusterung ausgelöst haben,
  • wer den reduzierten Umfang genehmigt hat.

So wird vermieden, dass bei jeder Änderung unnötig alle Merkmale neu geprüft werden oder erforderliche Wiederholungsprüfungen übersehen werden.

Zeichnungsrevisionen digital vergleichen

Der Vergleich verschiedener Zeichnungsstände ist eine besonders wichtige Funktion für Teil- und Änderungsbemusterungen.

Ein digitaler Änderungsvergleich kann aufzeigen:

  • neu hinzugefügte Merkmale,
  • geänderte Nennmaße,
  • veränderte Toleranzen,
  • entfallene Anforderungen,
  • geänderte Zeichnungshinweise,
  • verschobene oder neu nummerierte Stempel,
  • betroffene besondere Merkmale.

Darauf aufbauend kann bewertet werden:

  • welche Prüfungen wiederholt werden müssen,
  • welche Ergebnisse weiterverwendet werden dürfen,
  • welche Prüfpläne betroffen sind,
  • ob FMEA oder Produktionslenkungsplan angepasst werden müssen,
  • ob eine Teil- oder vollständige Neubemusterung erforderlich ist.

Damit verkürzt EMPB Software nicht nur die Berichtserstellung. Sie reduziert auch die Reaktionszeit bei technischen Änderungen.

Abweichungen und Sonderfreigaben steuern

Nicht jedes Musterteil erfüllt bei der ersten Prüfung alle Anforderungen.

Abweichungen müssen eindeutig mit dem betroffenen Merkmal verbunden und fachlich bewertet werden.

Eine EMPB Software kann dokumentieren:

  • Art und Umfang der Abweichung,
  • gemessener Wert,
  • geforderte Spezifikation,
  • technische Bewertung,
  • mögliche Ursache,
  • Risiko,
  • geplante Korrekturmaßnahme,
  • Verantwortlichkeit,
  • Zieltermin,
  • Abweichgenehmigung,
  • befristete Freigabe,
  • erforderliche Nachbemusterung und endgültige Entscheidung.

Eine Sonderfreigabe sollte nicht ausschließlich als separate E-Mail oder PDF-Datei vorliegen. Sie muss eindeutig Produkt, Änderungsstand, Merkmal, Menge und Gültigkeitszeitraum zugeordnet werden.

Digitale Prüf- und Freigabeworkflows

Ein Erstmusterprüfbericht durchläuft häufig mehrere interne und externe Prüfungen.

Beteiligte können sein:

  • Messtechnik,
  • Qualitätsmanagement,
  • Entwicklung,
  • Konstruktion,
  • Produktion,
  • Projektmanagement,
  • Einkauf,
  • Supplier Quality,
  • Lieferant und Kunde.

Eine EMPB Software kann den Workflow digital abbilden:

Erstellung → interne Prüfung → Korrektur → Freigabe → Einreichung → Kundenprüfung → Rückfrage → Nachbearbeitung → Abschluss

Lieferantenportale können den Austausch strukturieren und den E-Mail-Aufwand erheblich reduzieren.

EMPB nach VDA und PPF digital unterstützen

Eine EMPB Software im VDA-geprägten Umfeld sollte die für das vereinbarte PPF-Verfahren benötigten Nachweise strukturiert verwalten können.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Produkt- und Prozessdaten,
  • freigegebene Zeichnungen,
  • Änderungsstände,
  • Prozessablaufdiagramm,
  • Prozess-FMEA,
  • Produktionslenkungsplan,
  • Maß- und Geometrieergebnisse,
  • Werkstoff- und Funktionsprüfungen,
  • Oberflächenanforderungen,
  • Prozessfähigkeitsnachweise,
  • Prüfmittel- und Messsystemnachweise,
  • Musterteile,
  • Abweichgenehmigungen,
  • kundenspezifische Nachweise.

Der erforderliche Umfang wird nicht allein durch die Software bestimmt. Er muss zwischen den beteiligten Parteien festgelegt und im System transparent dokumentiert werden.

PPAP – Production Part Approval Process digital abbilden

Auch PPAP geht deutlich über einen dimensionalen Erstmusterprüfbericht hinaus.

Eine integrierte EMPB- und PPAP-Software kann unter anderem unterstützen:

  • technische Designunterlagen,
  • Änderungsnachweise,
  • Kundenfreigaben,
  • Design-FMEA,
  • Prozessablaufdiagramm,
  • Prozess-FMEA und Control Plan,
  • Messsystemanalysen,
  • dimensionale Prüfergebnisse,
  • Material- und Leistungstests,
  • Prozessfähigkeitsnachweise,
  • Laborunterlagen,
  • Musterteile,
  • produktspezifische Nachweise,
  • Part Submission Warrant,
  • kundenspezifische Anforderungen.

Die Software sollte unterschiedliche Einreichungsumfänge und Kundenformate unterstützen, ohne für jeden Vorgang einen vollständig neuen manuellen Ablauf zu erzeugen.

Verbindung zu APQP, FMEA und Produktionslenkungsplan

Die Erstbemusterung ist kein isolierter Vorgang. Sie ist Teil des Produktentstehungs- und Qualitätsvorausplanungsprozesses.

Relevante Informationen entstehen bereits in:

  • Kundenanforderungen,
  • Machbarkeitsbewertungen,
  • APQP-Projektplanung,
  • Design-FMEA,
  • Prozess-FMEA,
  • Prozessablaufplanung,
  • Produktionslenkungsplan,
  • Prüfplanung,
  • Messsystemanalyse,
  • Prozessfähigkeitsbewertung.

Besondere Merkmale und kritische Anforderungen können aus Zeichnung und FMEA in den Produktionslenkungsplan, die Prüfplanung und den Erstmusterprüfbericht übernommen werden.

Abweichungen aus der Erstmusterprüfung können wiederum eine Aktualisierung von PFMEA, Control Plan oder Prüfstrategie erforderlich machen.

So entsteht ein durchgängiger Qualitätsregelkreis:

Anforderung → FMEA → Control Plan → Prüfplanung → EMPB → Serienprüfung → Abweichung → Rückführung in die Qualitätsplanung

Eigenständige EMPB Software oder integriertes CAQ-Modul?

EMPB-Prozesse können mit unterschiedlichen Lösungsarten digitalisiert werden.

Zeichnungsstempelsoftware

Der Schwerpunkt liegt auf schneller Zeichnungs- und Merkmalsextraktion und Erstellung einer Merkmalsliste.

Eigenständige EMPB Software

Der Schwerpunkt liegt auf Prüfbericht, Messergebnissen, Bemusterungsvorgängen, Abweichungen und Freigaben.

EMPB-Modul im CAQ-System

Eine integrierte CAQ-Lösung kann Vorteile bei der Verbindung zu Prüfplanung, Prüfmitteln, Messdaten, Lieferantenqualität und Reklamationen bieten.

PLM- oder CAD-integrierte Lösung

Hier steht die Verbindung zu Produktstrukturen, Zeichnungen, Revisionen und Entwicklungsänderungen im Vordergrund.

Lieferantenportal

Der Fokus liegt auf Anforderung, Austausch, Prüfung und Freigabe eingehender Lieferantenbemusterungen.

Nicht die Bezeichnung der Software entscheidet, sondern die Frage:

  • Welches System führt Zeichnungen und Revisionen?
  • Wo werden Prüfmerkmale verwaltet?
  • Wo entstehen Messergebnisse?
  • Welches System verwaltet den Freigabestatus?
  • Welche Daten sollen später in der Serienprüfung genutzt werden?
  • Wie werden Kunden und Lieferanten eingebunden?
  • Wie wird doppelte Datenpflege vermieden?

Integration in CAQ, ERP, PLM, MES und DMS

EMPB-Daten entstehen in unterschiedlichen Anwendungen.

Relevante Systeme können sein:

  • ERP,
  • PLM oder PDM,
  • CAD,
  • CAQ,
  • MES,
  • DMS,
  • Messsoftware,
  • Laborinformationssysteme,
  • Lieferantenportale.

Vor der Auswahl sollten unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • * Wo werden Artikel- und Materialstammdaten geführt?
  • Wo liegen Zeichnungen und Spezifikationen?
  • Welches System verwaltet Änderungsstände?
  • Wo werden Prüfmerkmale angelegt?
  • Wie werden Messdaten übernommen?
  • Wo werden Prüfmittel verwaltet?
  • Wo werden Freigabeunterlagen archiviert?
  • Welches System führt den finalen Freigabestatus?

Eine klare Daten- und Systemarchitektur verhindert redundante Pflege und widersprüchliche Informationsstände.

EMPB Software und Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz kann ausgewählte Aufgaben innerhalb der Erstmusterprüfung unterstützen.

Besonders relevante Anwendungen sind:

  • Erkennung von Maßen und Toleranzen,
  • automatisches Ballooning,
  • Klassifizierung von Prüfmerkmalen,
  • Vergleich verschiedener Zeichnungsrevisionen,
  • Erkennung fehlender Nachweise,
  • Plausibilitätsprüfung von Merkmalsdaten,
  • intelligente Suche in früheren Bemusterungen,
  • Zusammenfassung von Abweichungen.

KI unterstützt Erfassung, Recherche und Vorprüfung. Die technische Bewertung und Freigabe bleiben bei qualifizierten Fachpersonen.

Praxisbeispiel: Von Excel und PDF zum digitalen EMPB-Prozess

Ein produzierendes Unternehmen erhält eine mehrseitige technische Zeichnung mit mehreren hundert prüfrelevanten Merkmalen.

Bisher werden die Merkmale manuell in einer PDF-Datei gestempelt und anschließend in eine Excel-Vorlage übertragen. Die Messmaschine liefert Ergebnisse in einer weiteren Datei. Abweichungen und Rückfragen werden per E-Mail bearbeitet.

Bei einer Zeichnungsänderung muss manuell geprüft werden, welche Positionen betroffen sind und welche Messungen wiederholt werden müssen.

Mit einer EMPB Software wird die Zeichnung importiert und digital erfasst.

Die Lösung unterstützt:

  • Erkennung möglicher Prüfmerkmale,
  • Vergabe eindeutiger Positionsnummern,
  • Übernahme von Nennmaßen und Toleranzen,
  • Erstellung einer strukturierten Merkmalsliste,
  • Import der Messergebnisse,
  • automatische Vorbewertung,
  • Zuordnung von Abweichungen,
  • Erstellung des Erstmusterprüfberichts,
  • dokumentierte Prüfung und Freigabe.

Bei einer neuen Zeichnungsrevision werden geänderte Merkmale sichtbar. Das Team erkennt schneller, welche Prüfungen wiederholt und welche Unterlagen angepasst werden müssen.

Aus mehreren voneinander getrennten Dateien entsteht ein durchgängiger Bemusterungs- und Freigabeprozess.

EMPB Software vergleichen und auswählen

Die Auswahl sollte nicht mit allgemeinen Produktpräsentationen beginnen, sondern mit einer Analyse der heutigen Prozesse und Anforderungen.

Wichtige Auswahlbereiche sind:

Zeichnungsbearbeitung

  • unterstützte PDF-, CAD- und 3D-Formate,
  • manuelles und automatisches Ballooning,
  • Erkennung von Maßen und Toleranzen,
  • Unterstützung von Form- und Lagetoleranzen,
  • Verarbeitung allgemeiner Zeichnungshinweise,
  • Mehrblattzeichnungen,
  • Revisionsvergleich,
  • Verbindung zwischen Zeichnung und Merkmal.

Prüfmerkmale und Messdaten

  • variable und attributive Merkmale,
  • besondere Merkmale,
  • mehrere Musterteile,
  • Prüfmittelzuordnung,
  • Messdatenimport,
  • Anbindung von Messmaschinen,
  • automatische Ergebnisbewertung,
  • Dokumentation von Abweichungen.

Softwaredemonstrationen mit einem realistischen Anwendungsfall

Anbieter sollten ihre Lösungen anhand eines einheitlichen und realistischen Praxisfalls präsentieren. So lassen sich Unterschiede bei Zeichnungserkennung, Bedienbarkeit, Änderungsmanagement, Messdatenimport, Berichterstellung und Integration objektiver bewerten.

Erfolgsfaktoren bei der Einführung

Die Einführung einer EMPB Software ist nicht nur ein IT-Projekt.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind:

  • einheitlicher Bemusterungsprozess,
  • klare Rollen und Verantwortlichkeiten,
  • definierte Bemusterungsarten und -umfänge,
  • Regeln für Zeichnungsänderungen,
  • standardisierte Merkmalslogik,
  • festgelegte Prüf- und Freigabeschritte,
  • abgestimmte Kunden- und Lieferantenprozesse,
  • klare führende Systeme,
  • geeignete Schnittstellen,
  • Bereinigung vorhandener Daten,
  • Pilotierung mit einem realistischen Bauteil,
  • Schulung der Anwender,
  • Einbindung von Messtechnik und Qualitätsplanung.

Prozess, Verantwortlichkeiten und Datenführung müssen vor der Softwarekonfiguration geklärt werden. Andernfalls werden bestehende Unklarheiten lediglich digitalisiert.

Herstellerunabhängige Beratung für EMPB Software

Wir unterstützen Unternehmen bei der Analyse, Auswahl, Einführung und Optimierung von EMPB Software und integrierten CAQ-Lösungen.

Unsere Leistungen umfassen:

  • Analyse bestehender Erstbemusterungsprozesse,
  • Bewertung von Excel-, PDF- und Insellösungen,
  • Prüfung der heutigen Zeichnungsstempelung,
  • Aufnahme der EMPB-, PPF- und PPAP-Anforderungen,
  • Analyse eingehender und ausgehender Lieferantenbemusterungen,
  • Entwicklung digitaler Soll-Prozesse,
  • Definition von Rollen und Freigabeworkflows,
  • Erstellung von Lastenheften und Anforderungskatalogen,
  • herstellerunabhängige Marktrecherche,
  • Anbieter-Longlist und Shortlist,
  • Vorbereitung strukturierter Softwaredemonstrationen,
  • Funktions-, Integrations- und Kostenvergleich,
  • Begleitung von Proof of Concept und Systementscheidung,
  • Unterstützung bei Einführung und Pilotierung,
  • Integration in CAQ, ERP, PLM, MES und DMS,
  • Migration vorhandener EMPB-Daten,
  • Schulung und Anwenderqualifizierung,
  • Change Management,
  • Optimierung vorhandener Lösungen,
  • Bewertung von KI- und Automatisierungspotenzialen.

Wir betrachten EMPB Software nicht als reinen Berichtsgenerator. Unser Ziel ist ein durchgängiger Prozess von der Zeichnung über Prüfmerkmal und Messergebnis bis zur dokumentierten Produkt- und Prozessfreigabe.

Häufige Fragen zu EMPB Software

Was ist EMPB Software?

EMPB Software ist eine digitale Lösung zur Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Freigabe von Erstmusterprüfungen.

Was ist ein Erstmusterprüfbericht?

Ein Erstmusterprüfbericht dokumentiert, ob Musterteile die festgelegten Zeichnungs-, Spezifikations- und Prüfanforderungen erfüllen.

Was ist der Unterschied zwischen EMPB, PPF und PPAP?

Der EMPB dokumentiert wesentliche Ergebnisse der Erstmusterprüfung. PPF und PPAP umfassen darüber hinaus weitere Nachweise zur Freigabefähigkeit von Produkt und Produktionsprozess.

Was bedeutet Stempeln oder Ballooning von Zeichnungen?

Beim Ballooning werden prüfrelevante Zeichnungsmerkmale eindeutig nummeriert und mit den entsprechenden Einträgen im Prüfbericht verbunden.

Kann EMPB Software Zeichnungen automatisch stempeln?

Viele Lösungen unterstützen eine automatische oder teilautomatische Merkmalserkennung. Die Ergebnisse müssen anschließend fachlich geprüft und freigegeben werden.

Kann die Software Zeichnungsrevisionen vergleichen?

Je nach Lösung können neue, geänderte und entfallene Merkmale zwischen zwei Zeichnungsständen identifiziert werden. Der konkrete Funktionsumfang unterscheidet sich zwischen den Anbietern.

Können Messdaten automatisch importiert werden?

Viele Systeme ermöglichen den Import aus Dateien, Messsoftware oder Messmaschinen. Unterstützte Formate und Schnittstellen sollten im Auswahlprojekt geprüft werden.

Kann EMPB Software Lieferanten einbinden?

Lieferanten können je nach Lösung über Portale, Workflows oder strukturierte Datenaustauschprozesse eingebunden werden.

Ist eine eigenständige oder integrierte EMPB Software besser?

Das hängt von Datenführung, Systemlandschaft und Integrationsbedarf ab. Eine eigenständige Lösung kann beim Ballooning besonders leistungsfähig sein, während ein CAQ-Modul Vorteile bei Prüfplanung, Prüfmitteln und Qualitätsdaten bietet.

Wie läuft die Auswahl einer EMPB Software ab?

Eine strukturierte Auswahl umfasst Prozessanalyse, Anforderungsdefinition, Lastenheft, Marktrecherche, Anbieterbewertung, realistische Softwaredemonstration, Proof of Concept und nachvollziehbare Systementscheidung.

EMPB-Software-Quick-Check

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Im Rahmen unseres EMPB-Software-Quick-Checks bewerten wir:

  • Ihren bestehenden Bemusterungsprozess,
  • Zeichnungsstempelung und Merkmalserfassung,
  • eingesetzte Excel-, PDF- und Softwarelösungen,
  • PPF-, EMPB- und PPAP-Anforderungen,
  • Teil-, Änderungs- und Nachbemusterungen,
  • Kunden- und Lieferantenprozesse,
  • Schnittstellen zu CAQ, ERP, PLM und Messsystemen,
  • Potenziale für Automatisierung und KI,
  • zentrale Anforderungen an eine zukünftige Softwarelösung.

Sie erhalten eine priorisierte Einschätzung und konkrete Empfehlungen für die nächsten Projektschritte.

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